A. Wandelt - 24.02.2026
Gera. Flutlichtstimmung, Derby-Atmosphäre und eine Panndorfhalle, die von der ersten Minute an auf Betriebstemperatur war: Am 21.02.2026 lieferte der RSC Gera in der 2. Bundesliga Herren gegen die Sächsischen Löwen ein Spiel, das alles hatte – Tempo, Zweikämpfe, Torraumszenen im Minutentakt und einen jungen Geraer Kader, der sich gegen einen hochmotivierten Rivalen behauptete.
Schon die Aufstellung machte klar: Gera setzt auf Mut und Zukunft. Mit Maximilian Wandelt (16) und Otto Freund (15) standen zwei Teenager als Feldspieler im Derby, im Tor begann Moritz Wandelt (14) – flankiert von Filip Zika (24) und dem erfahrenen Enrico Rhein (46). Und die Mischung zündete früh.
Früher Jubel – und ein Gegner mit offener Rechnung
Nach 4:30 Minuten riss die Halle erstmals die Arme hoch: Enrico Rhein traf zum 1:0 – abgeklärt, ohne Hektik, wie es nur ein Spieler mit dieser Routine kann. Doch die Löwen waren gekommen, um die Rechnung zu begleichen: Das Hinspiel in Chemnitz hatte der RSC 4:2 gewonnen – diesmal wollten die Gäste unbedingt den Spieß umdrehen. Sie erhöhten den Druck, arbeiteten sich immer wieder mit Nachdruck vor das Geraer Tor und zwangen die Defensive zu harter Arbeit.
In Minute 14 war es dann soweit: Trotz Geraer Verteidigung schafften es die Löwen bis in eine gute Abschlussposition und setzten den Ball zum 1:1 „in den Winkel“ – unhaltbar platziert. Kurz wackelte die Statik, doch Gera antwortete sofort, und zwar wie ein Derby-Team antworten muss: mit Mut nach vorn.
Nur 30 Sekunden nach dem Ausgleich stand Levin Rüdiger goldrichtig und vollendete eine Hereingabe per Direktabnahme zum 2:1 – technisch sauber, blitzschnell entschieden, eiskalt im Abschluss. Ein Wirkungstreffer, der das Spiel endgültig in den Modus „Vollgas“ schaltete.
Moritz hält Gera im Spiel – und Max/Filip zünden den Turbo
Die Löwen blieben gefährlich, drückten weiter, doch Moritz Tor im Geraer Kasten zeigte, warum ihm trotz seiner 14 Jahre so viel Vertrauen geschenkt wird: schnell unten, wach bei Abprallern, mutig im Herauslaufen – Moritz hielt die knappe Führung mit mehreren Paraden fest und gab seiner jungen Abwehr sichtbar Sicherheit.
Offensiv leitete der RSC viele Aktionen über die Dynamik und Spielintelligenz von Maximilian Wandelt und Filip Zika ein: Max überzeugte als Antreiber, der Räume erkennt und Angriffe sauber vorbereitet, Filip setzte immer wieder mit Tempo und Zug zum Tor nach. Mehrfach scheiterte das Duo am starken gegnerischen Keeper – Chancen waren da, aber das Derby blieb eng. Bitter aus Geraer Sicht: in der letzten Minute vor der Pause fand ein gegnerischer Schuss doch noch den Weg zum 2:2. Halbzeit – alles offen.
Doppelschlag nach Wiederanpfiff: Filip übernimmt die Hauptrolle
Wer dachte, Gera müsse sich erst sammeln, wurde sofort eines Besseren belehrt. 30 Sekunden nach Wiederbeginn traf Filip Zika zum 3:2 – ein Start nach Maß. Und es kam noch besser: nur eine Minute später legte Filip das 4:2 nach. Zwei Tore, zwei Momente, in denen man spürte, wie viel Selbstvertrauen und Zielstrebigkeit in seinem Spiel stecken. Filip war der Unterschiedsspieler dieser Phase – kompromisslos im Abschluss, dabei ständig anspielbar und präsent.
Die Löwen versuchten zu kontern, doch Gera verteidigte bissig, lief Wege – und brachte frische Energie. Besonders auffällig: Yannick Wunderlich (16), der mit hohem Tempo Lücken zulief, Passwege zustellte und so manche brenzlige Situation entschärfte oder sogar Gegenstöße vorbereitete. Ebenfalls bemerkenswert: Otto Freund (15), der sich im körperbetonten Derby nicht versteckte, sich in Zweikämpfe warf und als junger Spieler wichtige Entlastungspässe setzte.
Mika Schunk sticht als Neuzugang – Tayler immer wieder gefährlich
In Minute 42 folgte das nächste Ausrufezeichen: Mika Schunk (14), Neuzugang und Gastspieler aus Darmstadt, war im richtigen Moment da – und drückte einen Abpraller im Nachschuss zum 5:2 über die Linie. Ein Tor, das Einsatz und gutes Stellungsspiel belohnte – und das Publikum endgültig auf die Seite des RSC zog.
Auch Tayler Adam (14) zeigte, dass er trotz seines Alters bereits ein Gespür für gefährliche Situationen hat: Mehrere gut herausgespielte Chancen, mutige Abschlüsse und kluge Laufwege sorgten immer wieder für Unruhe vor dem Löwen-Tor. Der Lohn blieb diesmal zwar aus – aber genau diese Aktionen machten Gera im Angriff so schwer auszurechnen.
Torwartwechsel, gleiche Sicherheit: Alex Leon hält den Vorsprung fest
Zur zweiten Halbzeit übernahm Alex Leon (44) das Tor – und knüpfte nahtlos an. Was die Löwen auch versuchten: Alex war immer da. Sicher mit den Händen, ruhig im Stellungsspiel, aufmerksam bei Distanzschüssen – und damit ein wichtiger Rückhalt, als die Gäste noch einmal alles nach vorn warfen.
Zwei Minuten vor Schluss setzte schließlich erneut Filip Zika den entscheidenden Stich: 6:2 – sein drittes Tor des Abends, der Deckel auf ein intensives Derby. Zwar verkürzten die Sächsischen Löwen eine Minute vor Schluss noch auf 6:3, doch Gera brachte den Sieg mit Disziplin und Laufarbeit über die Zeit.
Fazit: Junge Geraer gewinnen das Derby – mit Herz, Tempo und einem starken Zika
Der RSC Gera feiert einen Derby-Sieg, der nicht nur wegen der sechs Tore in Erinnerung bleibt, sondern vor allem wegen der Art und Weise: Ein junger Kader, der Verantwortung übernimmt – mit Moritz Wandelt und später Alex Leon als sicheren Rückhalt, Enrico Rhein als Ruhepol und Torschütze, Levin Rüdiger mit dem schnellen Antworttor, Maximilian Wandelt und Otto Freund als mutige Nachwuchskräfte, Yannick Wunderlich als Tempomacher in der Defensive, Tayler Adam als ständiger Gefahrenherd – und Filip Zika als Derby-Mann des Tages.
