Licht und Schatten beim Länderpokal


K.Puth / Fotos: D.Franke - 13.12.2025

Springe. Zum Länderpokal der B-Jugend reiste am Wochenende die komplette B-Jugend mit Unterstützung der C-Jugend Spieler Hannes Franke und Amina Barwinski nach Springe. Während Lara Kaiser im Tor sowie Finja Müller und Amina Barwinski auf dem Feld für die U15-Nationalmannschaft der Damen aufliefen, traten Elian Hoffmann, Ian Poser, Arthur Freund, Lucas Puth, Keno Kluge, Emma Mädchen, Hannes Franke sowie die beiden Torhüter Jakob Franke und Melena Reinhold für das Team Thüringen an.

 

Unglücklicher Auftakt gegen Westfalen/Ruhr – Chancen da, Tore fehlen

Der erste Gegner für Team Thüringen war zur Mittagszeit die Auswahl Westfalen/Ruhr. Das Spiel startete intensiv, beide Seiten schenkten sich nichts. Team Thüringen erspielte sich zahlreiche Chancen, verfehlte jedoch immer wieder das Tor oder scheiterte am Pfosten beziehungsweise am gegnerischen Keeper. Unglücklicherweise fiel kurz vor Ende der ersten Halbzeit das Gegentor. In der zweiten Halbzeit ging der Mannschaft etwas Mut und Selbstvertrauen verloren, und auch das nötige Glück im Abschluss stellte sich nicht ein. Die vorgenommenen Wechsel sollten frischen Schwung bringen, unterbrachen aber immer wieder den Rhythmus, sodass am Ende eine deutliche 6:0-Niederlage stand – immerhin kamen alle Spielerinnen und Spieler zum Einsatz und konnten wichtige Erfahrung sammeln.

 

Damen-Nationalmannschaft fordert Favoriten – knappe 1:2-Niederlage

Gegen denselben Gegner trat rund drei Stunden später das Team der Damen-Nationalmannschaft an und machte den Jungs das Leben ordentlich schwer. Mit viel Kampfgeist und starkem Zusammenspiel verloren die Damen in einem spannenden Spiel nur knapp mit 1:2.

 

Direktes Duell unter Druck: Damen ziehen Thüringen den Zahn

Damit standen beide Teams im direkten Duell unter Zugzwang und brauchten einen Sieg zum Weiterkommen. Team Thüringen startete hochmotiviert gegen die Damen-Nationalmannschaft und ging zunächst mit 1:0 in Führung. Die Damen ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken, setzten ihre taktischen Vorgaben sehr konsequent um und drückten weiter nach vorn. Thüringen verlor in dieser Phase zunehmend den Fokus, kleine Unstimmigkeiten in der Abstimmung häuften sich, und in kurzer Folge fielen mehrere Gegentreffer. Mit jedem Tor wurde es für die junge Mannschaft schwieriger, auf dem Feld bei sich zu bleiben, und am Ende zogen die Damen mit einem überzeugenden 6:1-Sieg ins Halbfinale ein. Für Team Thüringen blieben die Spiele um Platz 5–7 sowie die bittere Erkenntnis, dass das vorhandene Potenzial an diesem Tag nur phasenweise sichtbar wurde.

 

Neuer Tag – neues Glück? - Pflichtsieg zum Auftakt des Abschlusstages – Thüringen überrollt Sachsen-Anhalt

Gut gelaunt startete Team Thüringen in den Abschlusstag. Mit Sachsen-Anhalt wartete ein Gegner, der Selbstvertrauen bringen und Raum für einige taktische Experimente bieten sollte. Doch aller Anfang ist schwer, und so tat sich die Mannschaft zunächst mit der Umsetzung der Vorgaben schwer, auch wenn zahlreiche Torchancen erspielt und letztlich auch gut genutzt wurden. Am Ende trug sich jede Spielerin und jeder Spieler in die Torschützenliste ein, auf der Anzeigetafel stand ein ungefährdeter 17:0-Sieg – und die Überzeugung, im zweiten Spiel gegen die SG Sachsen/Hessen bestehen und endlich wieder zur gewohnten Stärke finden zu können.

 

Stark gekämpft, knapp gescheitert: Damen unterliegen späterem Turniersieger

Zunächst mussten jedoch die Damen im Halbfinale gegen das Bergische Land, den späteren Turniersieger, antreten. Erneut entwickelte sich eine spannende Begegnung, in der die Damen mit Schnelligkeit, aktivem Pressing und starken Pässen überzeugten. Auf beiden Seiten gab es Torchancen, insgesamt agierte der Gegner jedoch etwas effizienter. Mit dem Kampfgeist der Damen hatte er aber nicht gerechnet: Das bereits sicher geglaubte 3:1 wurde kurz vor Ende noch auf 3:2 verkürzt, sodass es noch einmal richtig spannend wurde. Am Ergebnis änderte das zwar nichts mehr, doch die 2:3-Niederlage bedeutete für die Damen immerhin das Spiel um Platz 3.

 

Guter Start, bitteres Ende – Thüringen verliert Platzierungsspiel gegen Sachsen/Hessen

Direkt im Anschluss war Thüringen gegen die SG Sachsen/Hessen gefordert, und das Spiel begann mit hohem Tempo. Ein Distanzschuss brachte die zu diesem Zeitpunkt verdiente 1:0-Führung für Thüringen. Danach verfiel das Team jedoch in altbekannte Muster: Die Konzentration ließ nach, die Absprache auf dem Feld wurde schwieriger, und einige taktische Anpassungen sowie Anweisungen von außen konnten in der Hektik kaum noch aufgenommen werden. Die SG nutzte diese Unsicherheit und erzielte den Ausgleich, mit dem es auch in die Halbzeitpause ging. Nach dem Seitenwechsel ging ein neu sortiertes, einsatzbereites Team mit viel Willen in die zweite Halbzeit. Zwei schnelle Aktionen der SG überraschten Thüringen jedoch und führten innerhalb weniger Minuten zu zwei Gegentoren. Danach stemmte sich die Mannschaft gegen die drohende Niederlage, versuchte viel, kam aber nur noch selten gefährlich vor das gegnerische Tor. Die folgenden Torschüsse wurden auf beiden Seiten pariert, sodass das Spiel letztlich mit 1:3 verloren ging. Mit Platz 6 blieb Thüringen klar hinter den eigenen Erwartungen zurück – zugleich wurden viele Bereiche sichtbar, an denen alle Beteiligten gemeinsam weiterarbeiten können. Im dichten Turnierprogramm, mit vielen neuen Eindrücken und einer sehr engen sportlichen und organisatorischen Begleitung, fiel es der jungen Mannschaft nicht immer leicht, Ruhe und Spielfreude auf dem Feld zu bewahren. Kleine individuelle Fehler und Missverständnisse summierten sich, die Gedanken kreisten oft um Vorgaben und Erwartungen – und so blieb manches von dem, was in der Mannschaft steckt, in diesen wichtigen Momenten ungenutzt. Enttäuschend, aber nachvollziehbar verabschiedete sich das Team mit einer langen To-do-Liste und vielen neuen Erfahrungen in die weihnachtliche Spielpause.

 

Nervenstark und dominant: Damen sichern sich Bronze mit Kantersieg

Ein Geraer Highlight hielt der Tag jedoch noch bereit: das Spiel um Platz 3 der Damen. Diese zeigten sich erneut einsatzfreudig und nervenstark. Im kleinen Finale, das in puncto Stimmung dem großen Endspiel in nichts nachstand, traf man auf die Regionalauswahl Rheinland. Vom ersten Moment an bestimmten die Damen das Spielgeschehen, machten Tempo und Druck. Gleichzeitig sorgten konsequente Abwehrarbeit und starke Torhüterinnen für Sicherheit in der Defensive. Früh gingen die Damen mit 1:0 in Führung, ließen dabei aber nicht nach: In beiden Halbzeiten folgten jeweils drei weitere Treffer. Am Ende überzeugten die Damen mit einem klaren 7:0 und jubelten überglücklich über die Bronzemedaille. Mit Lara Kaiser im Tor sowie Finja Müller und Amina Barwinski auf dem Feld zeigten alle drei Geraer Spielerinnen starke Leistungen und konnten stolz die Bronzemedaille in Empfang nehmen.