Ostdeutscher Meister


A. Wandelt - 12.05.2026

Am zweiten und entscheidenden Turniertag der Ostdeutschen Meisterschaft der B-Jugend im Rollhockey in Chemnitz standen für den RSC Gera gleich mehrere besondere Vorzeichen im Fokus. Neben personellen Ausfällen und ungewohnten Konstellationen war es vor allem ein Debüt, das dem Spieltag eine besondere Note verlieh: Co-Trainerin Freya Müller übernahm erstmals die Rolle des Headcoachs an der Bande.

 

Schwierige Ausgangslage

 

Der Kader war im Vergleich zum Vortag deutlich dezimiert. Mit Arthur Freund und Elian Hoffmann fehlten gleich zwei wichtige Spieler. Zusätzlich lief Gastspieler Julius Richter an diesem Tag für seinen Heimatverein RSC Chemnitz auf – und damit gegen das Team, das er sonst unterstützte.

 

Spiel 1: Bittere Niederlage gegen Chemnitz

 

Im ersten Spiel gegen den RSC Chemnitz (3:5) begann Gera mit Jakob Franke im Tor, später übernahm Melena Reinhold. Beide Torhüter konnten sich mehrfach auszeichnen, waren bei den Gegentoren jedoch häufig auf sich allein gestellt.

 

Gera tat sich insgesamt schwer, ins Spiel zu finden. Vor allem der fehlende Kampfgeist machte sich bemerkbar, wodurch Chemnitz zunehmend die Kontrolle übernahm. Der defensiv eingestellte Gegner stand kompakt, ließ nur wenige Räume zu und stellte Gera immer wieder vor Probleme im Spielaufbau.

 

Besonders die Konter der Chemnitzer wurden zur entscheidenden Waffe: Zu oft gelang es Gera nicht, diese schnellen Gegenangriffe konsequent zu verteidigen. So nutzte Chemnitz seine Chancen effizient aus und setzte sich nach und nach ab.

 

In der Offensive stemmten sich vor allem Ian Poser mit zwei Treffern und Finja Müller mit einem Tor gegen die Niederlage, doch insgesamt fehlte es dem Team an Durchschlagskraft und Entschlossenheit. Lucas Puth, Keno Kluge und Emma Mädchen arbeiteten viel, konnten dem Spiel aber nicht entscheidend ihren Stempel aufdrücken.

 

Am Ende stand eine verdiente 3:5-Niederlage, aus der das Team jedoch wichtige Lehren für das zweite Spiel zog.

 

Spiel 2: Reaktion mit klarer Antwort

 

Im zweiten Spiel zeigte der RSC Gera dann eine beeindruckende Reaktion und gewann klar mit 8:2 . Im Tor standen diesmal Lara Kaiser und erneut Melena Reinhold, die beide mit sicheren Aktionen überzeugten und dem Team den nötigen Rückhalt gaben.

 

Offensiv ragte erneut Ian Poser heraus, der mit zwei Treffern voranging und das Spiel lenkte. Finja Müller zeigte mit gleich drei Toren eine überragende Leistung und war kaum zu stoppen. Auch Keno Kluge traf doppelt und belohnte seinen laufintensiven Einsatz. Lucas Puth steuerte einen Treffer bei und überzeugte durch seine Dynamik auf der Außenbahn.

 

Emma Mädchen arbeitete erneut unermüdlich für das Team und sorgte für Stabilität, während die gesamte Mannschaft deutlich strukturierter und zielstrebiger auftrat als noch im ersten Spiel.

 

Krönung eines besonderen Tages

 

Trotz der Auftaktniederlage, der personellen Ausfälle und der besonderen Umstände bewies der RSC Gera große Moral und Teamgeist. Das Trainerdebüt von Freya Müller als Headcoach verlieh dem Team zusätzliche Energie – und wurde am Ende mit dem größtmöglichen Erfolg belohnt.

 

Durch die starke Gesamtleistung über beide Turniertage sicherte sich der RSC Gera verdient den Titel:

Ostdeutscher Meister 2026

 

Doch mit dem Abpfiff in Chemnitz war das Wochenende noch lange nicht vorbei – im Gegenteil: Jetzt begann es erst richtig.

 

Direkt nach dem Spieltag machte sich das Team auf den Weg nach Krefeld, wo am Sonntag der letzte Spieltag der NRW-Runde der B-Jugend anstand. Die ohnehin schon anstrengenden Tage wurden zusätzlich durch eine unerwartete Hürde erschwert: Das ursprünglich gebuchte Appartement wurde kurzfristig wegen eines Wasserschadens storniert. Umso größer war die Dankbarkeit gegenüber dem Hülser SV Krefeld, der spontan sein Vereinsheim als Unterkunft zur Verfügung stellte und dem Team damit überhaupt erst die Teilnahme am Spieltag ermöglichte – eine Geste, die allen in Erinnerung bleiben wird.

 

Spiel 1 am Sonntag: Verschlafene erste Hälfte, starke Reaktion

 

Im ersten Spiel des Tages traf der RSC Gera auf TuS Düsseldorf Nord. Im Tor begann Lara Kaiser in der ersten Halbzeit, während in der zweiten Hälfte Jakob Franke übernahm.

 

Gera startete jedoch alles andere als wach in die Partie und verschlief die erste Halbzeit nahezu komplett. Zwei individuelle Abwehrfehler führten direkt zu Gegentoren, sodass das Team früh einem Rückstand hinterherlaufen musste. Düsseldorf nutzte diese Unsicherheiten konsequent aus und setzte Gera unter Druck.

 

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich dann ein völlig anderes Bild: Angetrieben von deutlich mehr Kampfgeist und Einsatzwillen arbeitete sich Gera zurück ins Spiel. Vor allem Jakob Franke überzeugte im Tor mit einer sehr starken Leistung und hielt sein Team mit wichtigen Paraden im Spiel.

 

Offensiv setzte Finja Müller mit ihrem Treffer ein wichtiges Zeichen und übernahm Verantwortung im Angriff. Ian Poser verkürzte auf 2:3 und trieb das Spiel immer wieder nach vorne . Keno Kluge und Lucas Puth arbeiteten intensiv im Mittelfeld, versuchten das Spiel zu strukturieren und gewannen wichtige Zweikämpfe. Emma Mädchen brachte viel Einsatz ein, störte früh und unterstützte sowohl defensiv als auch offensiv. Arthur Freund fügte sich nach seiner Rückkehr ins Team kämpferisch ein und half, mehr Stabilität ins Spiel zu bringen.

 

In der Schlussphase drängte Gera auf den Ausgleich. In den letzten 30 Sekunden ging das Team volles Risiko und ersetzte den Torhüter durch einen fünften Feldspieler, um noch mehr Druck aufzubauen. Trotz dieser mutigen Entscheidung reichte die Zeit nicht mehr für den Ausgleich.

 

Am Ende stand eine knappe 2:3-Niederlage – nach einer verschlafenen ersten Halbzeit, aber einer kämpferisch starken zweiten Hälfte.

 

 

Spiel 2 am Sonntag: Deutliche Steigerung und geschlossene Teamleistung

 

Im zweiten Spiel gegen IGR Remscheid zeigte der RSC Gera schließlich seine ganze Qualität. Im Tor stand zunächst Lara Kaiser, die erneut mit starken Paraden glänzte und mehrere Konter entschärfte. In der zweiten Halbzeit übernahm Melena Reinhold und fügte sich sicher ins Spiel ein, sodass die Null gehalten werden konnte.

 

Wie schon zuvor wurde die erste Halbzeit zunächst nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit gespielt. Gera ließ zu viele Konter zu, die jedoch allesamt von Lara Kaiser stark abgewehrt wurden. Erst nach dem Seitenwechsel fand das Team zu seiner gewohnten Stärke.

 

Offensiv übernahm Ian Poser erneut Verantwortung und erzielte zwei Treffer. Finja Müller zeigte ihre Torgefahr und steuerte ebenfalls ein Tor bei, während sie das Spiel nach vorne antrieb. Keno Kluge belohnte seinen Einsatz mit einem Treffer und überzeugte durch Laufarbeit und Zweikampfstärke. Lucas Puth traf ebenfalls und brachte Tempo über die Außen.

 

Eine Schlüsselrolle spielte Emma Mädchen: Mit großem Einsatz vor dem gegnerischen Tor nahm sie dem Torhüter gleich dreimal geschickt die Sicht und ermöglichte so entscheidende Treffer. Arthur Freund stabilisierte das Spiel zusätzlich und brachte wichtige Impulse im Aufbau.

 

Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung setzte sich der RSC Gera am Ende deutlich mit 5:0 durch und zeigte vor allem in der zweiten Halbzeit seine spielerische Klasse.

 

 

Abschluss und Ausblick

 

Nach diesem intensiven Wochenende mit Spielen in Chemnitz und Krefeld stand am Ende nicht nur der Titel bei der Ostdeutschen Meisterschaft, sondern auch ein starker 3. Platz in der NRW-Runde zu Buche.

 

Damit richtet sich der Blick nun nach vorne:

Die Mannschaft bereitet sich auf das nächste große Highlight vor – die Deutsche Meisterschaft am 06./07.06.2026, bei der das Team erneut zeigen möchte, was in ihm steckt.

 

Für den RSC Gera traten an:

Arthur Freund, Emma Mädchen, Finja Müller, Ian Poser, Jakob Franke, Keno Kluge, Lara Kaiser, Lucas Puth, Melena Reinhold