Deutsche Meisterschaft B-Jugend


A. Wandelt / Fotos: D. Franke - 11.06.2026

 

Am 06. und 07. Juni 2026 trafen sich in Düsseldorf die sieben besten deutschen B-Jugend-Mannschaften, um den Deutschen Meister auszuspielen. In der Vorrunde wurden die Teams auf zwei Gruppen verteilt. In Gruppe A spielten TuS Düsseldorf-Nord, SK Germania Herringen, RSC Cronenberg sowie die SG Mönchengladbach/Walsum. Der RSC Gera traf in Gruppe B auf die IGR Remscheid und den HSV Krefeld.

 

Holpriger Start gegen Remscheid

 

Zum Turnierauftakt gegen die IGR Remscheid schickte das Trainerteam Lara Kaiser im Tor sowie Elian Hoffmann, Finja Müller, Ian Poser und Arthur Freund als Startformation aufs Feld. Keno Kluge und Hannes Franke standen bereit, um wichtige Impulse von der Bank zu setzen.

 

Die Begegnung begann ausgeglichen. Arthur Freund und Ian Poser versuchten immer wieder, das Spiel nach vorne anzutreiben, während Finja Müller und Elian Hoffmann für Druck auf die Remscheider Defensive sorgten. In der Abwehr zeigte Lara Kaiser mehrere starke Paraden und hielt ihre Mannschaft lange im Spiel. Dennoch führten zwei Unachtsamkeiten in der Defensive zum 0:2-Rückstand.

 

Auch nach den Gegentreffern gab sich das Team nicht auf. Keno Kluge und Hannes Franke brachten frische Energie ins Spiel und halfen dabei, die Partie wieder offener zu gestalten. In der Schlussminute setzte der RSC alles auf eine Karte, nahm den Torhüter vom Feld und brachte einen fünften Feldspieler. Der Anschlusstreffer wollte jedoch nicht mehr gelingen, stattdessen fiel das 0:3 ins leere Tor. Damit musste der RSC zum Auftakt eine Niederlage hinnehmen.

 

Pflichtaufgabe gegen Krefeld erfüllt

 

Im zweiten Gruppenspiel gegen den HSV Krefeld stand für das Trainerteam vor allem die Entwicklung der gesamten Mannschaft im Vordergrund. Deshalb erhielten alle Spieler und beide Torhüter ihre Einsatzzeiten.

 

Von Beginn an war die Überlegenheit des RSC deutlich zu erkennen. Zahlreiche Torchancen wurden herausgespielt, zunächst jedoch nicht konsequent genutzt. Bereits nach wenigen Sekunden brachte Finja Müller den RSC in Führung und gab der Mannschaft die nötige Sicherheit. Elian Hoffmann präsentierte sich erneut treffsicher und zeigte seine Abschlussstärke mit mehreren Toren. Ian Poser lenkte das Spiel geschickt aus der Mitte heraus und setzte seine Mitspieler immer wieder in Szene. Arthur Freund arbeitete unermüdlich in Angriff und Defensive und belohnte sich später mit einem eigenen Treffer.

 

Auch Keno Kluge und Hannes Franke nutzten ihre Einsatzzeiten, sorgten für Stabilität und hielten das hohe Tempo der Mannschaft aufrecht. Emma Mädchen und Lucas Puth fügten sich nahtlos ins Spiel ein und trugen dazu bei, dass die Dominanz des RSC über die gesamte Spielzeit erhalten blieb. Im Tor wechselten sich Lara Kaiser und Jakob Franke ab und gaben der Mannschaft den nötigen Rückhalt. Am Ende stand ein verdienter 5:1-Erfolg.

 

Durch den Sieg gegen Krefeld und die Niederlage gegen Remscheid belegte der RSC den zweiten Platz in Gruppe B und zog ins Halbfinale ein.

 

Wunschgegner Herringen klar beherrscht

 

Im Halbfinale wartete mit SK Germania Herringen der Sieger der Gruppe A. Für den RSC war dies durchaus der Wunschgegner, da beide Ligaspiele der Saison bereits gegen Herringen gewonnen werden konnten.

 

Von Beginn an übernahm Gera die Kontrolle über das Spiel. Die Mannschaft dominierte Ball und Gegner, kombinierte sicher und erspielte sich immer wieder gute Chancen. Elian Hoffmann eröffnete den Torreigen mit einem präzisen Distanzschuss. Finja Müller erhöhte wenig später und belohnte sich für eine starke Leistung. Ian Poser führte die Mannschaft als Kapitän mit viel Übersicht und Ruhe durch die Partie. Arthur Freund setzte die Herringer Abwehr mit seinem hohen Laufpensum ständig unter Druck und steuerte ebenfalls einen Treffer bei.

 

In der Defensive überzeugten vor allem Keno Kluge und Hannes Franke mit konzentrierter Arbeit gegen den Ball. Emma Mädchen und Lucas Puth brachten bei ihren Einsätzen frische Impulse und hielten das Tempo hoch.

 

In der Defensive ließ der RSC kaum etwas anbrennen. Lara Kaiser sorgte in der Anfangsphase mit ihrer gewohnt sicheren Ausstrahlung dafür, dass Herringen nie richtig ins Spiel fand. Im weiteren Verlauf erhielt auch Jakob Franke seine Einsatzzeit und fügte sich nahtlos in die starke Mannschaftsleistung ein. Mit mehreren sicheren Aktionen und guter Übersicht im Spielaufbau bewies er, dass sich die Mannschaft jederzeit auf beide Torhüter verlassen kann. So blieb der RSC über die gesamte Spielzeit ohne Gegentor und zog mit einem souveränen 5:0-Erfolg ins Finale ein.

 

Der klare Halbfinalsieg war Ausdruck einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Jeder Spieler übernahm Verantwortung und trug seinen Teil dazu bei, dass der Traum von der Titelverteidigung weiterlebte.

 

Große Aufholjagd im Finale gegen Gastgeber Düsseldorf

 

Im Endspiel wartete Gastgeber TuS Düsseldorf-Nord auf den Titelverteidiger. Vor stimmungsvoller Kulisse entwickelte sich von Beginn an ein echtes Finale. Für den RSC standen Lara Kaiser im Tor sowie Elian Hoffmann, Finja Müller, Ian Poser und Arthur Freund auf dem Feld. Von Beginn an war zu spüren, dass hier zwei gleichwertige Mannschaften um den Titel kämpften.

 

Den besseren Start erwischte jedoch Düsseldorf und ging mit 1:0 in Führung. Die Antwort des RSC ließ nicht lange auf sich warten. Elian Hoffmann fasste sich aus der Distanz ein Herz und traf mit einem sehenswerten Fernschuss zum 1:1-Ausgleich.

 

Doch Düsseldorf schlug erneut zurück. Nach einer kurzen Unaufmerksamkeit im Gedränge vor dem Geraer Tor fiel das 2:1. Wenig später hatte der Gastgeber erneut das Glück auf seiner Seite: Ein Verteidiger wurde angeschossen, der Ball sprang unglücklich ins eigene Tor – 3:1 für Düsseldorf.

 

Mit diesem Rückstand ging es in die Halbzeitpause. Dort fand das Trainerteam deutliche Worte und machte klar: Dieses Finale war noch lange nicht verloren.

 

Die Mannschaft nahm sich diese Ansprache zu Herzen und zeigte in der zweiten Halbzeit ihre ganze Stärke. Ian Poser setzte sich in einer Eins-gegen-Eins-Situation gegen den Düsseldorfer Torhüter durch und verkürzte auf 3:2. Kurz darauf schlug Elian Hoffmann erneut mit einem Fernschuss zu und stellte auf 3:3.

 

Jetzt war das Spiel völlig offen. Die Startformation des RSC übernahm mehr und mehr die Kontrolle über das Finale. Ian Poser lenkte das Spiel mit großer Übersicht, während Arthur Freund mit unermüdlichem Einsatz immer wieder für Anspielstationen sorgte. Finja Müller überzeugte mit wichtigen Ballgewinnen und konsequenter Defensivarbeit. Elian Hoffmann blieb mit seinen gefährlichen Distanzschüssen jederzeit ein Faktor und stellte die Düsseldorfer Abwehr immer wieder vor Probleme.

 

Als der RSC schließlich nach einer Direktabnahme vor dem Tor mit 4:3 in Führung ging, war das Spiel gedreht. Düsseldorf warf noch einmal alles nach vorne, doch Lara Kaiser strahlte in den entscheidenden Momenten die nötige Ruhe aus und gab ihrer Mannschaft Sicherheit. Die vier Feldspieler und ihre Torhüterin kämpften bis zur letzten Sekunde füreinander und ließen keinen Zweifel daran, dass sie den Titel verteidigen wollten.

 

Die Entscheidung fiel schließlich erneut durch Ian Poser, der eine weitere Eins-gegen-Eins-Situation erfolgreich abschloss und zum 5:3-Endstand traf.

 

Mit dem Schlusspfiff kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Spieler, Trainer, Betreuer und die mitgereisten Fans feierten gemeinsam die erfolgreiche Titelverteidigung.

 

Deutscher Meister und erneut auf Europas Bühne

 

Der RSC Gera ist zum zweiten Mal in Folge Deutscher Meister der B-Jugend!

 

Mit der erfolgreichen Titelverteidigung hat sich die Mannschaft erneut für das renommierte Eurockey-Turnier im spanischen Lloret de Mar qualifiziert. Ende Oktober treffen dort die Meistermannschaften der europäischen Rollhockey-Nationen aufeinander und spielen den europäischen Titel unter sich aus.

 

Die Deutsche Meisterschaft in Düsseldorf hat einmal mehr gezeigt, was diese Mannschaft auszeichnet: Zusammenhalt, Einsatzbereitschaft, Leidenschaft und der unbedingte Wille, niemals aufzugeben. Nach einer schwierigen Auftaktniederlage kämpfte sich das Team zurück, steigerte sich von Spiel zu Spiel und krönte sich am Ende verdient zum Deutschen Meister.

 

Ein besonderer Dank gilt auch dem Betreuer- und Trainerteam, das die Mannschaft während des gesamten Turniers begleitet hat. Die eigentliche dritte Torhüterin Melena Reinhold unterstützte das Team in Düsseldorf als Teammanagerin und kümmerte sich abseits des Spielfeldes um zahlreiche organisatorische Aufgaben. Ebenso emotional war das Turnier für Freya Müller, die die Mannschaft als Co-Trainerin begleitete. Für sie war die Deutsche Meisterschaft das letzte Spiel an der Seite des Teams. Umso schöner, dass sie ihre Zeit beim RSC mit der erfolgreichen Titelverteidigung und dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft krönen konnte.

 

RSC Gera – Deutscher Meister 2026! 

 

Meisterkader: Lara Kaiser, Jakob Franke, Arthur Freund, Elian Hoffmann, Finja Müller, Ian Poser, Keno Kluge, Hannes Franke, Emma Mädchen und Lucas Puth.