D. Franke - 08.01.2026
„Wenn man es zweimal macht, ist es Tradition“ – getreu diesem Motto meldete der RSC Gera nach 2024 auch in diesem Jahr wieder eine U11- sowie eine U13-Mannschaft für den SUNWAY Sitges International Hockey Cup in der Nähe von Barcelona. Für die beim Turnier neu eingeführte Altersklasse der U15 konnte der Verein selbst leider kein eigenes Team stellen, da die entsprechenden Spieler mit der deutschen Nationalmannschaft angereist waren. Andernfalls hätte sich sicher auch ein Geraer Team um Torhüter Moritz sowie Tayler und Elian gefunden.
Schon im Vorfeld war klar, dass die U11 mit Spielern aus Genf verstärkt werden sollte, da dort kein eigenes Team gemeldet wurde. Doch einen Monat vor Turnierbeginn folgte der nächste Rückschlag: Zwei Spielerinnen aus Gera fielen kurzfristig aus. Plötzlich stand die U11 ohne Torhüterin und die U13 ohne ausreichende Feldspieler da. Zwar erklärte sich der erst zehnjährige Hannes bereit, auch in der U13 auszuhelfen, doch das allein reichte nicht.
Doch einmal mehr zeigte sich: Rollhockey ist eine große Familie. Schnell wurden Lösungen gefunden. Benno vom RSC Cronenberg sagte kurzerhand seinen Silvesterurlaub ab, um die U13 zu unterstützen. Ebenfalls aus Cronenberg folgte Kira mit ihren Kindern dem Aufruf des Vereins: Alessio verstärkte das Team auf dem Feld, Giulina übernahm die wichtige Rolle im Tor. Da Enys’ großer Bruder Nick für die U15-Nationalmannschaft spielte, erklärte sich Eny bereit, auch bei der U11 zwischen die Pfosten zu gehen.
Damit alle Kinder eingebunden waren, unterstützte Ben – der wie Amelie gerade ein Rollhockeyjahr in Spanien verbringt – gemeinsam mit Maximilian die U11 an der Bande. Amelie übernahm parallel das Traineramt der U13 aus Gera, unterstützt von Janine.
U11:
Im Tor: Eny Möller und Giulina Caramanno
Auf dem Feld: Finn Kubiciel, Emilia Hoffmann, Alessio Caramanno
Zusätzlich unterstützt von den drei Spielern aus Genf: Evan, Julien, Yanis
An der Bande: Maximilian Wandelt und Ben Möller mit Unterstützung von Cyrille (Trainer aus Genf)
U13:
Im Tor: Jakob Franke und Melena Reinhold
Auf dem Feld: Benno Brandt, Ian Poser, Emma Mädchen, Keno Kluge und Hannes Franke
An der Bande: Amelie Franke und Janine Franke
U15:
Für die U15-Nationalmannschaft standen neben Moritz Wandelt, Tayler Adam und Elian Hoffmann auch Alexandra Wandelt und Enrico Rhein vom RSC Gera an der Bande.
Vor dem sportlichen Vergnügen stand zunächst die anstrengende Anreise. Am 26. Dezember fand die Auslosung statt, am 27. Dezember die Eröffnung und die ersten Spiele. Bereits am 25. Dezember machten sich die Teams – je nach Route per Auto, Bus oder Flugzeug – auf den Weg. Insgesamt lagen über 3500 Kilometer vor ihnen.
Nach mehr als einem halben Tag Fahrt und großer Vorfreude auf Sonne und milde Temperaturen wartete in Spanien allerdings vor allem eins: Dauerregen, teils mit Starkregen. Doch die gute Stimmung ließ sich davon niemand verderben und so ging es gut gelaunt zur Auslosung. Finn fungierte dabei als Losfee für die U11 und zog folgende Gegner:
CP Vilanova (Spanien), CP Irlandesas (Spanien) und Montreux Hockey (Schweiz).
Für das junge, aus vier Vereinen zusammengesetzte Team stand klar das Sammeln von Spielpraxis im Vordergrund. Die Trainer Max und Ben gaben allen Kindern viel Einsatzzeit, doch das Zusammenspiel war zu Beginn noch sehr holprig. Von Spiel zu Spiel steigerte sich die Mannschaft, konnte aber in der Vorrunde keinen Sieg verbuchen – auch wenn man beim knappen 2:3 gegen Montreux gut mithielt.
Im Viertelfinale gegen den späteren Turniersieger CH Cocentaina war man chancenlos. Im Spiel um die Plätze 5 bis 8 traf man erneut auf CP Irlandesas. Nach einem schnellen 0:4-Rückstand kämpfte sich das Team auf 4:5 heran, stand sich dann aber selbst im Weg und verlor am Ende 5:8 – hier wäre deutlich mehr möglich gewesen.
Im letzten Spiel wollte man unbedingt noch einen Sieg. Gegen Montreux setzte man auf eine stabile Abwehr – und das ging auf. Am Ende sorgte ein Eigentor des Gegners für den 1:0-Erfolg und Platz 7. Besonders erfreulich: Beide Torhüterinnen sowie Alessio wurden ins All-Star-Team berufen. Ein toller Erfolg für die U11.
Die U13 landete bei der Auslosung in einer Fünfergruppe mit K-Modern (Belgien), La Salle Bonanova (Spanien), HC Prat (Spanien) und Gastgeber CP Subur Sitges – also ein Spiel mehr in der Vorrunde.
Der Auftakt gegen K-Modern verlief perfekt: Trotz zwischenzeitlichem Rückstand gewann das Team 10:6. Gegen den späteren Turniersieger HC Prat war man chancenlos. Die Spiele gegen Sitges und Bonanova hingegen hätten nicht verloren gehen müssen. Neben individuellen Fehlern kam gegen Sitges auch eine sehr umstrittene Schiedsrichterleistung hinzu.
Platz 4 bedeutete Viertelfinale gegen CP Vilanova. Mit bereits zwei Spielen in den Beinen und nur einem Wechselspieler war vor allem in der zweiten Halbzeit nichts mehr auszurichten. Damit ging es – wie bei der U11 – in die Platzierungsrunde.
Und dort zündete die Mannschaft ein echtes Feuerwerk: Gegen Bonanova zeigte man die beste Turnierleistung und gewann 7:3. Der Pflichtsieg gegen K-Modern mit 5:0 sicherte am Ende einen starken 5. Platz. Jakob im Tor und Benno wurden zusätzlich ins All-Star-Team berufen.
Die deutsche U15-Nationalmannschaft erwischte eine echte Hammergruppe: Mit HC Prat, Gatikako Iusturi, Penedès-Garraf und dem deutschen Team standen später alle Halbfinalisten in einer Vorrundengruppe. Deutschland blieb dort ohne Niederlage und zog als Gruppenzweiter ins Viertelfinale ein, das man gegen CH Cocentaina gewann.
Im Halbfinale kam es zum Wiedersehen mit Penedès-Garraf. Nach großem Kampf stand es 2:2, die Entscheidung fiel im Shootout – diesmal mit dem besseren Ende für die Spanier. Bis dahin war Deutschland das einzige Team ohne Niederlage nach regulärer Spielzeit. Im Spiel um Platz drei machten dann drei kurzfristige Ausfälle und schwindende Kräfte den Unterschied. Trotz Unterstützung durch Benno aus der U13 verlor man 0:3.
Dennoch gab es individuelle Auszeichnungen: Mika, Nils und Moritz – der zudem zum besten Torhüter des Turniersgewählt wurde – schafften es ins All-Star-Team.
Festzuhalten bleibt vor allem eines: Die enorme Spielintensität und das hohe Niveau dieses Turniers bringen jedem Kind einen riesigen Entwicklungsschub. Solche Bedingungen gibt es in Deutschland kaum. Der Dank gilt daher nicht nur den Trainern, sondern auch den Eltern, die diesen Aufwand ermöglichen – ohne sie wäre dieser Sport nicht denkbar.
Und auch abseits des Spielfeldes war einiges geboten: Beim sogenannten „Veteranencup“ standen auch Eltern und Betreuer auf dem Feld – mit viel Humor und noch mehr Unterhaltung für die Zuschauer. Das Ergebnis war dabei zweitrangig, der Spaß stand klar im Vordergrund.
Abends wurde das Turnier zum „Ferienlager“ mit Teamspielen, gemeinsamen Abenden und viel Lachen. Höhepunkt war erneut die große Silvesterfeier mit rund 40 Teilnehmern. Nach Neujahr ging es – teils bei überraschend winterlichen Bedingungen in Frankreich – wieder zurück nach Deutschland, aber alle kamen gesund und mit vielen Erinnerungen im Gepäck an.
Der RSC Gera bedankt sich beim Veranstalter, bei allen Mitreisenden, Spielern, Eltern, Trainern und Teammanagern. Besonders stolz ist der Verein darauf, dass die Gastspieler bereits auf der Rückfahrt ankündigten, beim nächsten Mal wieder dabei sein zu wollen.
Das ist Rollhockey-Liebe.
